Wer besiedelt unsere Bienenhotels? Auf dieser Seite sollen einige typische Bienen- und Wespenarten kurz beschrieben werden. Keine Exoten, sondern Arten, die am häufigsten an Nisthilfen angetroffen werden.
 

Rote Mauerbiene (Osmia bicornis)

Die Rote Mauerbiene, Osmia bicornis (früher “Osmia rufa”) ist wohl die häufigste Bienenart in künstlichen Nisthilfen. Sie kommt in jeder Stadt in Deutschland vor.
Mauerbienen gehören zu den Bauchsammlerbienen. Den Pollen sammeln die Tiere in einer Bürste aus Haaren an der Unterseite des Hinterleibes. Im rechten Bild kriecht ein pollenbeladenes Weibchen in seinen Stengel, um Pollen und Nektar abzuladen. Die umgebenden Stengel sind bereits gefüllt und mit Lehm verschlossen. In ihnen entwickelt sich die nächste Generation von Bienen.

Die Männchen der Roten Mauerbiene lassen sich am besten anhand der hellen Gesichtsbehaarung von den Weibchen unterscheiden. Im rechten Bild hat das größere Weibchen eine schwarze Kopfbehaarung, das Männchen zeigt eine helle Behaarung.
Die Rote Mauerbiene nistet am liebsten in Bohrlöchern in Holz oder hohlen Stengeln, bevorzugter Durchmesser ist etwa 6-8 mm. Die fertigen Nester werden mit feuchtem Erdmaterial verschlossen. Die Rote Mauerbiene können Sie
hier bestellen.
Auch andere Mauerbienenarten nisten in Nisthilfen. Die Blauglänzende Mauerbiene Osmia caerulescens legt ihre Nester bevorzugt in Stengel mit 4 bis 5 mm Durchmesser an, nimmt aber auch die auf dieser Seite angebotenen Pappstängel von 7mm Durchmesser dankbar an. Sie verschließt fertige Nester mit einem Mörtel aus zerkauten Blättern. Die Mauerbiene Osmia leaiana fliegt erst im Hochsommer, sie bevorzugt Stängel mit 6 bis 8 mm Durchmesser.
Die kleinen Löcherbienen Osmia truncorum und O. crenulata bevorzugen Bohrlöcher in Holz oder Stängel mit einem Innendurchmesser von 3 bis 5 mm. Auch die beiden Scherenbienen Osmia rapunculi und Osmia florisomnis sind regelmäßige Besiedler dieser Durchmesser.


Rosen-Blattschneiderbiene (Megachile centuncularis)

Blattschneiderbienen gehören wie die nah verwandten Mauerbienen zu den Bauchsammlern. Auch sie sammeln den Pollen auf der Unterseite ihres Hinterleibes.
Ihren Namen verdanken die Blattschneiderbienen dem Umstand, dass sie aus Blättern runde und ovale Stücken herausschneiden, mit denen sie ihre Nester auskleiden. Die Rosen-Blattschneiderbiene bevorzugt dazu frische Rosenblätter, nimmt aber auch Blätter verschiedener anderer Pflanzen an.
Außer Megachile centuncularis nisten M. versicolor und M. willoughbiella gelegentlich in künstlichen Nisthilfen. Am häufigsten werden markhaltige Stengel besiedelt, aber auch hohle Stengel werden angenommen. M. willoughbiella nistet gerne in Steilwänden in verlassenen Gängen der Pelzbienen.


Pelzbiene (Anthophora plumipes)

Pelzbienen erinnern durch ihren kompakten Körper und die dickte Behaarung an Hummeln. Oft werden sie von Laien verwechselt. Pelzbienen sind typische Bodenbesiedler. Die meisten Arten der Gattung leben dabei in Steilwänden. Wer künstliche Lehmwände errichtet, kann zumindest Anthophora plumipes als Besiedler erwarten. Gelegentlich nistet auch die kleinere Verwandte A. quadrimaculata in künstlichen Steilwänden.


Trauerbiene (Melecta albifrons)

Trauerbienen legen keine eigenen Nester an. Sie leben als Schmarotzer in den Nestern von Pelzbienen. Wie ein Kuckuck legen die Weibchen ihre Eier in die fremden Nester.


Seidenbiene (Colletes daviesanus)

Auch Seidenbienen legen ihre Nester im Boden an. In künstlichen Steilwänden finden sie sich schnell an. Colletes daviesanus erscheint meist Mitte Juni und fliegt bis August. Gelegentlich nistet die Art auch in Holzbohrlöchern oder hohlen Stengeln. Pollen für ihre Nachkommen sammeln diese Bienen nur auf Korbblütengewächsen. Im Sieldungsbereich ist diese Art überall häufig.


Grabwespe (Trypoxylon figulus)

Zahlreiche Grabwespenarten können als Besiedler künstlicher Nisthilfen auftreten. Trypoxylon figulus zählt dabei zu den häufigsten Arten. Sie ist ca. 7,5 bis 12 mm lang, sehr schlank und schwarz. Die anspruchslose Art nistet in Steilwänden oder Stengeln. Sie bevorzugt Stengel mit Durchmessern von 3-5 mm. Als Nahrung für ihre Nachkommen tragen diese Grabwespen Spinnen ein, die durch einen Stich gelähmt werden.


Goldwespe (Pseudospinolia neglecta)

Goldwespen gehören zu den farbenfreudigsten Insekten. Rot-, Blau- und Grüntöne lassen diese Tiere in der Sonne wie Edelsteine funkeln. Goldwespen leben als Schmarotzer. Sie legen ihre Eier in die Nester von Bienen oder Wespen, wo sich ihre Larven vom Nahrungsvorrat der Bienen oder Wespen ernähren. Da sie aber nirgends häufig sind, sind sie keine Bedrohung für die Bienen und Wespen.

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